BEARBEITEN Verwendung Die Zeichen dieses Blocks sind die Bausteine für die koreanische Hangul-Silbenschrift.
Ein Silbenzeichen setzt sich aus zwei bis vier dieser Basiszeichen zusammen, wobei idr. die ersten beiden hochgestellt und das dritte und evtl. vierte Zeichen daruntergesetzt werden. Je nach Kombination ergibt sich aber auch eine andere Anordnung.
Beispiel: Das Zeichen 읩 (U+C769) setzt sich zusammen aus U+110B ᄋ, U+1174 ᅴ und U+11B8 ᆸ.
Der Block ist unterteilt in die folgenden Bereiche:
Anfangskonsonanten (Choseong) U+1100 bis U+115F,
Vokale (Jungseong) U+1160 bis U+11A2 und
Endkonsonanten (Jongseong) U+11A8 bis U+11F9.
Dabei fällt auf, daß die Anfangskonsonanten und Endkonsonanten eigentlich doppelt vorhanden sind, d.h. die meisten Zeichen tauchen zweimal auf. Die doppelte Kodierung ist nötig, damit Software erkennen kann, wo in einer Folge von Hangul Jamo Zeichen eine Silbe anfängt und wo sie aufhört. Damit wird ein Algorithmus definiert, der eine solche Zeichenfolge in Silbenzeichen (ab U+AC00) umwandelt oder solche Zeichenfolgen ohne Umwandlung direkt als kombiniertes Zeichen darstellt.
Sollen in bestimmten Fällen die Basiselemente für sich stehen, so muß eine Silbentrennung mit dem U+115F Choseong Filler oder dem U+1160 Jungseong Filler erzwungen werden.
 
BEARBEITEN Kodierung In den koreanischen Codepages (die älter als Unicode sind), z.B. Windows 949 oder EUC-KR sind die Zeichen dieses Blocks NICHT enthalten, sondern stattdessen der Block U+3130 bis U+318F "Hangul Compatibility Jamo", der jedes Zeichen nur einmal enthält, und damit keine automatische Zusammensetzung der Silbenzeichen ermöglicht.
 
BEARBEITEN Hangul ist das koreanische Schriftsystem. Es wurde 1443-1446 auf Betreiben des koreanischen Königs Sejong der Große von einem Gelehrtenrat entwickelt. Hangul bestand ursprünglich aus 28 Zeichen, von denen heute noch 24 in Verwendung sind. Es handelt sich um 14 Konsonanten und 10 Vokale, aus denen auch noch Doppellaute und verschärfte Laute gebildet werden. Sie werden Jamo genannt.
Den Vokalen liegen Symbole mit philosophischem Inhalt zugrunde (Kosmos, Erde und Mensch), während die Form der Konsonanten die Form des Mundes bei der Lauterzeugung abbilden.

Silben
Aus jeweils zwei oder drei Jamo werden Silben gebildet, die immer die Abfolge Konsonant-Vokal(-Konsonant) haben. Sie werden dabei in eine Blockform gebracht, die an chinesische Zeichen erinnert. Die Reihenfolge innerhalb dieses Blocks ist zuerst von links nach rechts, dann von oben nach unten. Die Silbenblöcke werden in Zeilen aneinandergereiht, Worte dabei durch Leerstellen getrennt.

Schreiben
Die Schreibrichtung war traditionell wie im Chinesischen mit Zeilen von oben nach unten, ist durch westlichen Einfluß aber zu waagerechten Zeilen von links nach rechts geworden. Es gibt keine Groß- und Kleinschreibung. Die Satzzeichen entsprechen den Westlichen, es werden auch die uns bekannten Zahlen eingesetzt.
Die Orthographie wird in Nord-und Südkorea unterschiedlich gehandhabt und ist durch den phonetischen Charakter der Schrift nur schwer zu standardisieren. Transkriptionen in lateinische Buchstaben sind ebenfalls schwierig und werden nach verschiedenen Standards vorgenommen, deren bekanntester das McCune-Reischauer-System ist.
BEARBEITEN Hangul Im Unicode Das Hangul-Schriftsystem ist im Unicode mit drei verschiedenen Blocks vertreten. Es nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da es zwar vorkommt, daß ein Schriftsystem noch »extended« wird (Latin, Greek), bei Hangul jedoch eigentlich nur bereits im Block Hangul Jamo codierte Zeichen erneut auftauchen bzw. zu Silben kombiniert werden. Die Blocks sind »Hangul Jamo« (U+1100 bis U+11FF), Hangul Compatibility Jamo(U+3130 bis U+318F) und Hangul Syllables (U+AC00 bis U+D7AF).

Der erste Block, Hangul Jamo (U+1100 bis U+11FF) enthält alle aus den 28 erfundenen Hangul-Zeichen gebildeten Zeichenvarianten, aus denen die Hangul-Silbenblöcke zusammengesetzt werden. »Jamo« bedeutet soviel wie »Mutter einer Schrift«, und ein Jamo hat in etwa dieselbe Funktion wie einer unserer Buchstaben. Nach seinen ersten drei Konsonanten wird der Block auch als «Ganada-Ordnung« bezeichnet.

Der zweite Block, Hangul Compatibility Jamo(U+3130 bis U+318F), enthält Zeichen, die eigentlich auch in der Hangul Jamo Tabelle existieren. Im Gegensatz zu diesen sind für die Hangul Compatibility Jamo aber keinerlei semantische Eigenschaften definiert worden, und sie können für den normalen Schriftgebrauch nicht eingesetzt werden. Sie sind nur nötig, um die Rückwärtskompatibilität des Unicode mit dem koreanischen Hangul-Zeichensatz KS C 5601 zu gewährleisten, der entsprechend der koreanischen Hangul-in-Unix Industrienorm KS C 5861-1992 codiert wurde (diese Industrienorm heißt auch EUC-KR; das EUC ist ein von AT&T entwickeltes Verfahren, das die Verwendung verschiedener Zeichensatztabellen parallel ermöglicht).

Der dritte Block ist Hangul Syllables (U+AC00 bis U+D7AF) und enthält die fertigen, aus einzelnen Jamo zusammengesetzten Silbenblöcke. In allen möglichen Kombinationen der Jamo ergeben sich dabei 11.172 Silben, die als das »Johab-Set« bezeichnet werden. Es ist umstritten, ob die Codierung all dieser Silbenblöcke wirklich notwendig war, da sie tatsächlich nichts weiter sind als kombinierte Zeichen der Hangul Jamo, aus der man mit differenzierterer Behandlung durch die jeweilige Software ebensogut alle erforderlichen Silben bilden könnte.
BEARBEITEN Hangul Jamo Die Tabelle mit Hangul Jamo enthält alle Zeichen der koreanischen Sprache. Ihre Reihenfolge entspricht der Struktur, nach der koreanische Silben aufgebaut sind: der erste Teil, U-1100 bis U-1159, enthält die Konsonanten für den Silbenanfang (Hangul Choseong). Dabei stehen ganz vorne die einfachen Konsonanten und die entsprechenden Doppelkonsonanten, dann die zusammengesetzten Konsonanten.

Die folgenden Zeichen U-115F (Hangul Choseong Filler) und U-1160 (Hangul Jungseong Filler) sind kein Teil des Schriftbildes, sondern eine Art unsichtbarer Platzhalter. Man braucht sie, um am Computer isolierte Jamo oder Teilsilben darstellen zu können, da man innerhalb eines Silbenblocks nicht einfach einzelne Teile weglassen oder durch eine Leerstelle ersetzen kann.
Der nächste Teil der Liste, die Codepoints U-1161 bis U-11A2, enthält die Vokale in der Silbenmitte (Hangul Jungseong). Auch hier sind zuerst die Grundvokale, dann die Zusammengesetzten aufgelistet.

Im letzten Teil des Blocks stehen die Endkonsonanten (Hangul Jongseong). Sie umfassen die Codepoints U-11A8 bis U-11F9. Viele der Jongseong sind schlichtweg Wiederholungen von Konsonanten, die auch schon vorher bei den Choseong codiert waren. Die erneute Codierung ist begründet durch das Prinzip des Unicodes, nicht das Aussehen, sondern die Funktion eines Zeichens zu codieren. Ein Anfangskonsonant nimmt innerhalb des Silbenaufbaus zum Einen eine ganz andere Position ein als ein Endkonsonant, zum Anderen kann seine semantische Funktion auch eine ganz andere sein. Besonders zeigt sich das am Konsonanten »Ieung«, der am Anfang einer Silbe stumm bleibt, an ihrem Ende aber »ng« gesprochen wird.
BEARBEITEN Geschichte des Hangul Die Entstehungsgeschichte von Hangul ist einzigartig. Im Gegensatz zur sonstigen graduellen Entwicklung von Schriften entstand diese hier im 15. Jahrhundert auf Betreiben des koreanischen Königs Sejong der Große, der einen Gelehrtenrat mit der Entwicklung eines eigenständigen Schriftsystems beauftragt hatte. Auch heute noch gilt Hangul als eines der logischsten und wissenschaftlichsten Schriftsysteme überhaupt.
Bis zur Erfindung von Hangul hatten die Koreaner keine eigene Schrift, man verwendete stattdessen chinesische Schriftzeichen, Hanja genannt. Da ausschließlich Männer der Adelsschicht über Hanja Unterricht erhielten, war ein Großteil der Bevölkerung Analphabeten. Außerdem sind Chinesisch und Koreanisch keine verwandten Sprachen und haben eine völlig unterschiedliche Struktur, wodurch die chinesischen Zeichen zum Schreiben von Koreanisch eigentlich ungeeignet sind. Sie dienten eher als semantische und phonetische Symbole, bei denen man entweder Zeichen mit einer in etwa dem koreanischen entsprechenden Bedeutung verwendete und koreanisch aussprach oder, wie bei der Beamtensprache Idu, Hanja verwendete, deren Aussprache dem Klang des gewünschten koreanischen Wortes entsprach.
1443 schuf Sejong die Jongum-Behörde zur Erfindung einer koreanischen Schrift, die auf den koreanischen Geist und die Sprache perfekt zugeschnitten sein sollte. 1446 war die Arbeit abgeschlossen und die neue Schrift wurde in einem Buch mit dem Titel »Hunmin Chongum« veröffentlicht, »korrekte Laute zur Unterweisung des Volkes«. Der Name Hangul kam erst viel später auf.
Die Schrift beruht auf genauen phonetischen Beobachtungen und bestand aus 28 Zeichen, von denen heute immer noch 24 verwendet werden.
Bei den Intellektuellen stieß die neue Schrift auf große Ablehnung, sie erhielt den Spottnamen »Onmun«, »plebejische Schrift«. Andere Namen waren »Amgeul« (Frauenschrift) oder »Ahageul« (Kinderschrift). Erst 1894 im Zuge der Kabo-Reform wurde Hangul als Staatsschrift anerkannt und für offi zielle Dokumente verwendet.
Nach der Annexion Koreas durch Japan 1910 wurde die koreanische Schrift wieder unterdrückt. 1911 wurde die Verwendung japanischer Sprache und Schrift befohlen, was 1938 in ein generelles Verbot von koreanischer Schrift und Sprache mündete. Für die koreanische Widerstandsbewegung hatte der Kampf um die eigene Schrift als Ausruck kultureller Identität einen sehr hohen Stellenwert. Der Wissenschaftler Ju Si-gyeong benannte deshalb die Schrift Chongum 1912 in Hangul um, was soviel wie »große Schrift« und zugleich »koreanische Schrift« bedeutet. Außerdem bestimmte man einen Hangul-Tag, heute der 9. Oktober. Erst nach der Befreiung Koreas 1945 konnte Hangul wieder frei verwendet werden. Heute wird Hangul weltweit von etwa 80 Milionen Menschen verwendet und liegt in der weltweiten Verwendungshäufigkeit auf Rang 12.
BEARBEITEN Typografie Es gibt für Hangul eine Vielzahl von Schriften, und auf den meisten Betriebssystemen ist zumindest eine Schrift mit den Hangul Jamo installiert. In der Arial Unicode sind sämtlichen koreanischen Zeichen und Silben vorhanden, ansonsten ist die gesamte Zahl der Hangul Syllables meist nur in speziellen Koreanischen Fonts zu fi nden, die dann in der Regel auch viele der japanischen oder chinesischen Zeichen haben.
Der Trend gerade in der Alltagstypographie geht mehr und mehr zu den »serifenlosen« Schriften, was hier bedeutet, daß keine Pinselstrichoptik mehr nachempfundenen wird und keine An- und Abstriche mehr vorhanden sind.
BEARBEITEN Die koreanische Sprache Koreanisch wurde von der Korya-Dynastie zur Nationalsprache gemacht. In Nordkorea nennt man die Sprache Chosono, in Südkorea Hangugeo oder Hangungmal. Weltweit sprechen etwa 80 Millonen Menschen Koreanisch, außer in Korea selbst gibt es noch größere Gruppierungen in Japan, China, den USA und in Bereichen der ehemaligen Sowjetunion.
Obwohl Koreanisch viele chinesische Lehnwörter enthält, sind die beiden Sprachen nicht verwandt. Die Zuordnung ist schwierig, und es ist umstritten ob Koreanisch eine genetische Verwandtschaft mit dem Japanischen hat, eine eigene Sprachgruppe bildet oder zu den Ural-Altaischen Sprachen zu zählen ist, zu denen auch Mongolisch, Finnisch und Ungarisch gehören. Es gibt im Koreanischen momentan etwa sieben verschiedene Dialekte, denen als Name jeweils die Bezeichnung der entsprechenden Provinz mit einem angehängten »mal« (»Sprache«) gegeben wird und die sich relativ ähnlich sind. Sie unterscheiden sich vor allem durch verschieden starke Betonung.
Das Koreanische hat einen agglutinierenden, also zusammenfügenden Satzbau. Worte werden nicht dekliniert, sondern durch Vor- und Nachsilben verändert. Nomen haben kein Geschlecht und Verben werden je nach Zeitform konjugiert.
Wie wichtig Höflichkeit und Status in der koreanischen Gesellschaft sind, zeigt sich auch in der Sprache. Die Konjunktion der Verben hängt nämlich zusätzlich davon ab, ob der Gesprächspartner einen höheren oder niedrigeren Status hat als man selbst und welchen Status eine dritte Person hat, über die gesprochen wird. Es gibt dabei sieben verschiedene Höflichkeitsstufen, was allein schon zu vierzehn verschiedenen Verbformen führt. Dementsprechend ist Koreanisch nur schwer zu erlernen.
U+11E0U+11E1U+11E2U+11E3U+11E4U+11E5U+11E6U+11E7U+11E8U+11E9U+11EAU+11EBU+11ECU+11EDU+11EEU+11EFU+11F0U+11F1U+11F2U+11F3U+11F4U+11F5U+11F6U+11F7U+11F8U+11F9U+11FA NOT ASSIGNEDU+11FB NOT ASSIGNEDU+11FC NOT ASSIGNEDU+11FD NOT ASSIGNEDU+11FE NOT ASSIGNED
U+11E0 HANGUL JONGSEONG MIEUM-CHIEUCH
U+11E1 HANGUL JONGSEONG MIEUM-HIEUH
U+11E2 HANGUL JONGSEONG KAPYEOUNMIEUM
U+11E3 HANGUL JONGSEONG PIEUP-RIEUL
U+11E4 HANGUL JONGSEONG PIEUP-PHIEUPH
U+11E5 HANGUL JONGSEONG PIEUP-HIEUH
U+11E6 HANGUL JONGSEONG KAPYEOUNPIEUP
U+11E7 HANGUL JONGSEONG SIOS-KIYEOK
U+11E8 HANGUL JONGSEONG SIOS-TIKEUT
U+11E9 HANGUL JONGSEONG SIOS-RIEUL
U+11EA HANGUL JONGSEONG SIOS-PIEUP
U+11EB HANGUL JONGSEONG PANSIOS
U+11EC HANGUL JONGSEONG IEUNG-KIYEOK
U+11ED HANGUL JONGSEONG IEUNG-SSANGKIYEOK
U+11EE HANGUL JONGSEONG SSANGIEUNG
U+11EF HANGUL JONGSEONG IEUNG-KHIEUKH
U+11F0 HANGUL JONGSEONG YESIEUNG
U+11F1 HANGUL JONGSEONG YESIEUNG-SIOS
U+11F2 HANGUL JONGSEONG YESIEUNG-PANSIOS
U+11F3 HANGUL JONGSEONG PHIEUPH-PIEUP
U+11F4 HANGUL JONGSEONG KAPYEOUNPHIEUPH
U+11F5 HANGUL JONGSEONG HIEUH-NIEUN
U+11F6 HANGUL JONGSEONG HIEUH-RIEUL
U+11F7 HANGUL JONGSEONG HIEUH-MIEUM
U+11F8 HANGUL JONGSEONG HIEUH-PIEUP
U+11F9 HANGUL JONGSEONG YEORINHIEUH
U+11FA 
U+11FB 
U+11FC 
U+11FD 
U+11FE 
CHARACTER  < BLOCK >  1 2 
U+1100 – U+11FF Hangul Jamo
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